Digital Leadership – Diskussionforum an der EBS

Am 23. November 2016 fand das Diskussionsforum „Digital Leadership“ an der EBS in Oestrich-Winkel statt. Zielsetzung der von EBS Business School und Deininger Consulting organisierten Veranstaltung war, auf Basis der Perspektiven verschiedener Führungskräfte die Frage zu diskutieren, welche Kompetenzen Führungskräfte  in einer digitalen Welt besitzen müssen und welche Anforderungen an Führung gestellt werden.

Nach drei Impulsvorträgen aus der Wissenschaft mit Perspektive von Marketing,  Management und Philosophie folgte eine Podiumsdiskussion, die das Thema mit Erfahrungen aus der Praxis behandelte. Den Abschluss bildete eine Grundsatzpräsentation zum Thema „Leading people in a digital world“ von Anders Indset, der sich selbst als Business Philosoph bezeichnet.

Grundsätzlich bildeten sich zwei Meinungsrichtungen heraus:

  • Eine Richtung sieht keine großen neuen Anforderungen an Führung, jedoch die Qualität einer wirklich guten Führung wird (wieder) wichtiger. Gute Führung ist schon immer entscheidend gewesen. In der digitalen Welt wird Führungsschwäche genauer erkennbar. Sie hat auch drastischere Konsequenzen durch die sich schneller verändernden Entwicklungen im relevanten Handlungsumfeld des Unternehmens.
  • Die andere Denkrichtung sieht neue Anforderungen, indem Führungskräfte u. a. aufgrund der neuen Möglichkeiten der Digitalisierung agile Arbeitsformen schaffen und mehr über vorgelebte Werte Mitarbeiter motivieren müssen, ihnen auch die möglichen Ängste vor der Digitalisierung zu verringern.

Für beide Denkrichtungen ist es wichtig, dass Führung (wieder) menschlicher und persönlicher wird, sich nicht hinter technischer Kommunikation versteckt.

Thomas Radke, CEO der Leifheit AG, sieht in der Digitalisierung keine neuen Anforderungen. Er erläuterte seine sechs Dimensionen der Führung (1. Envisioning, 2. Engagement, 3. Energize, 4. Enable, 5. Execute / Implement, 6. Energy). Diese Dimensionen ändern sich auch nicht mit der Digitalisierung. Sondern gute Führung ist in der Lage, Entwicklungen zu beurteilen, in notwendige Aktionen umzusetzen und dabei die Mitarbeiter mitzunehmen.

Für Prof. Henkel, EBS, bildet die Marke den Kern einer Werteorientierung, aus der sich entsprechende Werte ableiten lassen. Damit schafft die gelebte Marke im Unternehmen Leitplanken für das Verhalten der Mitarbeiter.

Nach Prof. Dr. Max Urchs, EBS, mußte sich jede Generation einer Art Digitalisierung mit teils radikalen Veränderungen stellen. Daher forderte er dazu auf, die sogenannte Digitalisierung als normalen Entwicklungsschritt zu verstehen.

Bernhard Demuth, Berater, sieht in der Zukunft eine erfolgreiche agile Arbeitsweise, in der es vorwiegend temporäre Teams gibt.  Die Führungsrolle ist dabei nicht auf eine Person konzentriert, sondern die  Führungskompetenzen sind dann mit Kompetenzen im Team verbunden.

Heidi Stopper, Coach & Beratung, empfahl eine größere Diversität in den Führungsebenen, um aufgrund von unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungshintergründen, eine bessere Entscheidungsqualität bei der Digitalisierung zu erzielen. Ihrer Meinung nach haben die mit der digitalen Transformation verbundenen großen Veränderungen die Folge, dass Führungsfehler anders als in der Vergangenheit große Auswirkungen haben, da sich u. a. auch die Veränderungsgeschwindigkeit  erhöht.

In seiner abschließenden Keynote appellierte Anders Indset an die Teilnehmer, sich als Führungskraft in zweierlei Hinsicht mit „Change“ zu befassen:

  1. Change im Sinne von Innovation
  2. Change im Sinne von Änderung der Wahrnehmung.

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Fazit

Grundsätzlich sind mit der Digitalisierung Veränderungen von Rahmenbedingungen und von Geschäftsmodellen verbunden. Dies bedeutet verstärkte Anforderungen an Führungskräfte. Erfolgreiche Führung bedingt, dass die verschiedenen Eigenschaften von guter Führung gemeistert werden:  hohe eigene Integrität und Empathie, Menschen zu motivieren, zu führen und das Unternehmen kontinuierlich so zu verändern, dass Erfolg auch bei sich ändernden Rahmenbedingungen gesichert ist. Diese Anforderungen an Führung sind aus meiner Sicht nicht neu, neu mit der Digitalisierung ist jedoch die hohe Geschwindigkeit, mit der Veränderungen ablaufen.

Eine sehr gute Beschreibung von „digital leadership“ ist der Beitrag „How to be a leader in the digital age“ von Mikolaj Firlej und Artur Kurz im World Economic Forum online. „Digital Leadership“ bedeutet für die Autoren Offenheit für Neues, „hunger for knowledge“ und vor allem die technische Entwicklungen über verschiedene Branchen hinweg zu erkennen und ihre Wichtigkeit einzuordnen. In unserer Welt der zunehmenden Wissensgesellschaft ändert sich die Rolle des Führenden weg vom Vorgesetzen hin zum Community Manager. Hierarchische Organisationsmodelle werden von horizontalen Strukturen abgelöst.

Optimismus und Idealismus sind zwei zentrale Eigenschaften, mit denen Führungskräfte ihr Team durch die permanente Transformation steuern.

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